DDR Reloaded: DDR Museum Berlin

Erst im August 2005 ins Leben gerufen, gehört das DDR Museum in Berlin heute zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt. Zur Erfolgsgeschichte des noch jungen Museums gehört auch die zweimalige Nominierung für den „European Museum of the Year Award“ in den Jahren 2008 und 2012.

Das Spiel „Der sozialistische Mensch, Ideologie zum Spielen © DDR Museum, Berlin
Das Spiel „Der sozialistische Mensch, Ideologie zum Spielen © DDR Museum, Berlin 2014

Im DDR Museum Berlin ist alles erlaubt, was in der DDR verboten war. Geschichte zum Anfassen, Hingucken und Mitmachen lautet die Devise, und demzufolge stehen die Besucher hier auch nicht passiv vor Vitrinen, sondern begeben sich mit allen Sinnen auf Zeitreise in den realen Sozialismus der untergegangenen DDR: Exponate werden angefasst, Objekte benutzt, Klappen geöffnet und Schubladen aufgezogen. Statt Verboten und Unterdrückung herrscht hier Aufforderung zur Neugier.

Das Leben in der DDR wird in all seinen Facetten gezeigt. Wie erlebte man den durchherrschten Alltag, welche politischen Strukturen bestimmten das Leben? Und welche Freiräume schufen sich die Menschen trotz der täglich erfahrenen Repressalien der Diktatur, wie haben sie sich arrangiert?



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Nah dran am Menschen erleben die Besucher im DDR Museum, wie sich die politischen Entscheidungen der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) im Alltag der Menschen niederschlugen. Aufwändige Inszenierungen mit originalen Exponaten – z.B. eine gefüllte Schultasche, Dedron-Kleider, ein Trabi und vieles mehr – skizzieren die DDR in 27 Themenbereichen wie beispielsweise „Staatsicherheit“, „Arbeit“ „Wohnen“, „Grenze“, „Partei“, „Ideologie“ oder „Opposition“.

Gleich im ersten Teil der Ausstellung wird in einer Plattenbausiedlung im Maßstab 1:20 unter der tristen Fassade eine lebendige Alltagskultur präsentiert. Vitrinenschränke gewähren dem Besucher Einblicke in Verborgenes und Privates – was die DDR-Obrigkeit mit allen Mitteln erlangen wollte.

Interaktives Telefon in der originalgetreuen Plattenbauwohnung © DDR Museum, Berlin 2014
Interaktives Telefon in der originalgetreuen Plattenbauwohnung © DDR Museum, Berlin 2014

Durch einen Fogscreen, die „Nebelwand der Bürokratie“, betreten die Besucher einen Bereich, der jedem Normalsterblichen in der DDR verwehrt war: das Halbrund der Macht mit der Partei im Zentrum. Besucher werden eingeladen, den Platz der Parteisekretäre einnehmen und hinter die Kulissen der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands blicken.

Neugier ist ausdrücklich erwünscht: Hier entdecken die Besucher hinter Türen, Klappen und Schubladen originale Exponate und Erklärungen in aufwändigen Multimediainstallationen. Sie erleben, wie der Propaganda-Apparat der DDR-Führung verlebendigt wird und zugleich mit all jenen Fakten konfrontiert wird, die der Staat vor seinen Bürgern verheimlichte.

Objekte

Die Museumssammlung umfasst derzeit rund 210.000 Objekte, mehrheitlich Spenden von privaten Gebern. Neben unzähligen Gegenständen aus dem alltäglichen Leben gibt es auch Objekte mit einer besonderen Geschichte zu entdecken: etwa einen Funktionärs-Volvo oder einen der ersten 1-Megabit-Chips der DDR; den Filmprojektor aus dem Staatsratsgebäude, die Druckmaschine der oppositionellen Umweltbewegung und nicht zuletzt ein ganzes DDR-Wohnzimmer.

DDR Museum

Karl-Liebknecht-Str. 1 (direkt an der Spree, gegenüber dem Berliner Dom)
10178 Berlin

Öffnungszeiten:

Montag – Sonntag 10 – 20 Uhr, Samstag 10 – 22 Uhr. Kein Ruhetag, das Museum ist 365 Tage im Jahr geöffnet

Eintrittspreise:

Regulärer 6 Euro, ermäßigt 4 Euro. Gruppen ab 10 Personen 4 Euro/Person. Gruppentarif Schüler ab 10 Personen 3,50 Euro pro Person.


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