Linda MacNeil Schmuck aus Glas, Necklace No. 4 from the "Lucient Lines" series, 1984 Plate glass and 14k yellow gold 52,1 x 2,2 x 0,6 cm (open) Collection of Joan and Jay Ochroch Photo by Susie Cushner

Linda MacNeil – Schmuck aus Glas und Metall

Skulpturen? Schmuck? Beides! Als “Skulpturalen Schmuck aus Glas und Metall” bezeichnet Linda MacNeil ihre Halsketten, Broschen, seltener auch Ohrringe, mit denen sie seit dem späten 20. Jahrhundert zu den großen Schmuckkünstlerinnen der USA zählt.

Linda MacNeils Schmuckkompositionen sind raffiniert, und besonders beeindruckt ihre meisterhafte Verwendung des Materials Glas: Es bringt Linie, Farbe und Licht zu einem harmonischen Ausgleich. Trotz ihres hohen künstlerischen Anspruchs sind MacNeils Arbeiten aber keine bloßen Ausstellungsstücke: Erst der Dialog mit dem weiblichen Körper bringt ihre Halsketten und Broschen zur vollen ästhetischen Entfaltung. Das hat bereits der Bildband United Beauty: The Jewelry and Collectors of Linda MacNeil von 2007 bewiesen, in dem Sammlerinnen ihre Schmuckstücke von Linda MacNeil quasi als Models präsentieren.

Plate 45 Collar No. 18, "Neck Collar" series, 2010 Plate glass, mirror, Vitrolite glass, and 24k gold-plated brass 28,9 x 15,9 x 1,9 cm Collection of Colleen and John Kotelly Photo by Michael Tropea, Chicago
Bildtafel 45, Collar No. 18, “Neck Collar” series, 2010. Plate glass, mirror, Vitrolite glass, and 24k gold-plated brass 28,9 x 15,9 x 1,9 cm. Collection of Colleen and John Kotelly. Photo by Michael Tropea, Chicago aus dem Bildband Linda MacNeil, Jewels of Glass von Davira S. Taragin (Arnoldsche Art Publishers, Stuttgart, 2017)

Neuer Bildband mit Schmuck von Linda MacNeil

Jetzt gibt es eine neue Publikation über das Werk der amerikanischen Schmuckkünstlerin: Linda MacNeil, Jewels of Glass von Davira S. Taragin (erschienen bei Arnoldsche Art Publishers, Stuttgart, 2017), die mehr als 50 herausragende Stücke in großformatigen Abbildungen präsentiert. Es ist eine repräsentative Auswahl der über 700 Halsketten, Broschen und Ohrringe, die Linda MacNeil im Laufe ihrer 40-jährigen Karriere geschaffen hat. Der Text zeigt MacNeils künstlerische Entwicklung auf und verortet ihr OEuvre in der Schmuck- und Glaskunstgeschichte ihrer Zeit.

Linda MacNeils Ursprünge liegen in der amerikanischen Studio-Jewelry-Bewegung der 1970er-Jahre, einem Teil der Studio-Craft-Bewegung, die auch Möbel, Textilien, Keramik, Glas und Metall umfasste. Im Gegensatz zum Handwerk, bei dessen Produkten der Aspekt der Nützlichkeit im Vordergrund steht, stand bei den Objekten der Studio-Craft-Bewegung eine künstlerische Idee oder ein ästhetischer Ausdruck im Vordergrund, der funktionale Aspekt trat dahinter zurück.

 

Plate 41 Primavera Necklace, "Floral" series, no. 98, 2008–16 Plate glass, mirror, diamonds, and 18k yellow gold 45,7 x 8,3 x 1,1 cm (open) Courtesy of the artist Photo by Michael Tropea, Chicago
Bildtafel 41: Primavera Necklace, “Floral” series, no. 98, 2008–16, Plate glass, mirror, diamonds, and 18k yellow gold, 45,7 x 8,3 x 1,1 cm (open) Courtesy of the artist. Photo by Michael Tropea, Chicago

Inspirationen aus der Natur

Die Natur sei eine ihrer Inspirationsquellen, sagt Linda MacNeil in einem Interview mit Art Jewelry Forum. Und dann natürlich Künstler und Kunstströmungen, die sich die Formen der Natur zu Eigen gemacht haben: René Lalique, Art déco, die Kunst der alten Ägypter und – La Sagrada Familia von Antoni Gaudi in Barcelona. Doch immer geht es ihr darum, diese Inspirationsquellen in ihre eigene, unverkennbare Formensprache zu übersetzen. Bei aller Eleganz bleibt sie der modernen “Umwertung der Werte” treu, wenn geschliffenes, poliertes und verspiegeltes Glas die Hauptrolle spielt und Diamanten allenfalls assistierend zum Gesamteindruck etwas Glanz beisteuern.

 

Plate 30 Necklace No. 112 from the "Mesh" series, 2004 Plate glass, mirror, Vitrolite glass, and 24k gold-plated brass 44 x 5,7 x 1,7 cm (open) Collection of The Montreal Museum of Fine Arts, gift of the artist Photo by Christine Guest, courtesy of The Montreal Museum of Fine Arts
Bildtafel 30: Necklace No. 112 from the “Mesh” series, 2004. Plate glass, mirror, Vitrolite glass, and 24k gold-plated brass, 44 x 5,7 x 1,7 cm (open) Collection of The Montreal Museum of Fine Arts, gift of the artist. Photo by Christine Guest, courtesy of  The Montreal Museum of Fine Arts

Verschiedene Schmuckserien

Linda MacNeil Schmuckkunst
Linda MacNeil, Jewels of Glass (Englisch, erhältlich bei amazon.de)

Im Großen und Ganzen lassen sich bei Linda MacNeil verschiedene Serien ausmachen: Zu “Floral” etwa zählen farbenfrohe Halsketten mit Elementen, die an Blätter, Blüten und Stengel erinnern. Die Serie “Nexus” beschäftigt sich mit der gestalterischen Verbindung unterschiedlicher Formen und ist in ihrer Ästhetik vom Art déco inspiriert. Blickfang der Serie “Mesh” ist ein feines Messinggeflecht, zu einer beweglichen Röhre gerollt, die einen Anhänger trägt. Und in der Serie “Mirrored Glass” wetteifern Spiegelglas, Diamanten und Gold um das Licht und die Blicke des Betrachters (siehe Abbildung oben).

Repräsentative Stücke aus diesen Serien, aus 40 Jahren Kreativität, werden in dieser ersten umfassenden Monografie über die herausragende amerikanische Schmuckkünstlerin Linda MacNeil in wunderschönen Abbildungen präsentiert, die Essays würdigen ihren Beitrag zur Schmuckkunst seit den 1970er Jahren bis heute.

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