Ellen Gallaghers wunderbare Schau “AxME” in München

Diese große Überblicksausstellung stellt die afrikanisch-amerikanischen Künstlerin Ellen Gallagher vor und bietet Gelegenheit, sich mit dem über zwanzig Jahre entstandenen Werk der Künstlerin auseinanderzusetzen. Die Entwicklung und Wiederkehr von Themen wird anhand von bahnbrechenden frühen Gemälden auf Leinwand bis zu neuen Arbeiten aufgezeigt.



Zu sehen sind u.a.”DeLuxe” von 2004-5, “Bird in Hand” von 2006, ein komplexes Relief aus zahlreichen Schichten von Druckerzeugnissen, Knetmasse, Kristall, Farbe und Blattgold sowie einzelne Werke ihrer schwarzen und gelben Gemälde wie “Moon-Glo” von 2010 und “Pomp Bang” von 2003. Mit adaptierten Bildern aus Literatur, Musik, Science Fiction, Werbung und Naturgeschichte bewegt sich Ellen Gallagher (geb. 1965 in Providence, Rhode Island) im Spannungsfeld zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit. In akribischen Arbeitsschritten unterzieht sie die Bilder einer Verunklarung, bis durch einen Schleier von Tintenschlieren, Löchern, Flecken und Abrieb nur noch Spuren davon sichtbar bleiben und einer beunruhigenden Fantasiewelt Raum geben.

Drei zentrale Themen liegen Gallaghers Arbeiten zugrunde: Der Kampf um die Kolonien im Zuge der Herausbildung der modernen Welt; die konzeptuellen Errungenschaften der Kunst der 1960er- und 1970er-Jahre und das Archiv als dialektische Verbindung von Form und Inhalt.

Eine Serie von Aquarellen – “Coral Cities”, 2007 – beschwört ein mythisches schwarzes Atlantis auf dem Grund des Atlantischen Ozeans herauf. Gallaghers Leinwände sind bevölkert mit Frauen, die von Afroperücken aus pulsierenden Meerestieren und -pflanzen beschirmt sind oder deren fließendes Haar aus Korallen besteht, andere zeigen quallenartige Figuren mit afrikanischen Gesichtern.

Anfang der 1990er-Jahre eroberte Ellen Gallagher mit trügerisch minimalistischen Gemälden wie “Doll’s Eyes” (1992), “Oogaboogah” oder “Pinocchio Theory” (beide 1994) die New Yorker Kunstwelt im Sturm. Eine ihrer faszinierendsten Arbeiten besteht aus einem Raster von zwanzig Frauen mit verschiedenen Hauttönen, die vor einem weißen Hintergrund Perücke vorführen. Die Perücken sind zu komplizierten Formen geschnitten und scheinen wie Prägearbeiten über dem Papier zu schweben.

Ellen Gallagher lebt und arbeitet heute in Rotterdam und New York. Einzelausstellungen ihrer Werke fanden u.a. im Whitney Museum of Modern Art statt. 1997 erhielt sie das Joan Mitchell Fellowship und 2000 einen American Academy Award für Kunst. Sie ist u.a. in den öffentlichen Sammlungen des MoMA, New York, des Metropolitan Museum of Art, NY und im Centre Pompidou in Paris vertreten.

Haus der Kunst

Prinzregentenstraße 1, 80538 München



Dauer der Ausstellung: 28. Februar bis 13. Juli 2014
Öffnungszeiten: Montags – Sonntags   10.00 – 20.00 Uhr, Donnerstags 10.00 – 22.00 Uhr
Eintrittspreise: Erwachsene 8 Euro / ermäßigt 6 Euro. Kinder unter 12 Jahren frei / Jugendliche 12 – 18 Jahre Eintritt 2 Euro

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