Feuerbachs Musen – Lagerfelds Models. Fotoausstellung in der Hamburger Kunsthalle

Hamburg. Über hundert Jahre trennen Anselm Feuerbach (1828–1880) und Karl Lagerfeld (1938 bis heute) und dennoch zeigen ihre Lebensläufe einige Parallelen: Beide brechen im frühen Teenageralter die Schule ab, um ihrer Passion zu folgen, beide lernen rasend schnell und machen genauso schnell Karriere, Feuerbach als Maler und Professor für Historienmalerei in Wien, Lagerfeld als Designer für große Modehäuser in Paris und Mailand, als Fotograf und als Verleger.

Die ungewöhnliche Doppelschau Feuerbachs Musen – Lagerfelds Models in der Hamburger Kunsthalle stellt vierzig Gemälden von Anselm Feuerbach großformatigen Schwarz-Weiß-Fotografien von Karl Lagerfeld gegenüber, die dieser extra für diese Schau geschaffen hat. Alle Werke dieser Fotoausstellung kreisen um das Thema der zeitlosen Schönheit, die auf den klassischen Idealen der Antike basiert.

Verneigung vor der Jugend und der Schönheit

Zu dem Bilderzyklus Moderne Mythologie (2013) ließ sich Lagerfeld durch die antike Liebesgeschichte von Daphnis und Chloe inspirieren. In der malerischen Naturkulisse Südfrankreichs inszenierte Lagerfeld seine Models, die häufig auch seine Musen sind, in der Ästhetik der Antike, dabei changieren sie zwischen Kitsch und Kunst, Spiel und Ironie, Zeitlosigkeit und Modernität. Für die Ausstellung wurden sie in einem aufwendigen Verfahren auf silber- und goldfarbene Gewebe gedruckt. Anselm Feuerbach lebte seit 1856 in Rom, wo er sich auf sehr persönliche Weise antiken Sujets widmete. Immer wieder porträtierte er zwei Frauen, die dem klassischen griechischen Schönheitsideal entsprachen: Zunächst Anna Risi, Nana genannt, und, nachdem Nana ihn verlassen hatte, die anmutige Lucia Brunacci. Beide Frauen waren seine Geliebten und inspirierten ihn zur Darstellung mythologischer Themen, die von einer geradezu kultischen Verehrung ihrer Schönheit zeugen. Die gezeigten Werke sind Leihgaben aus deutschen, österreichischen und schweizerischen Museen, aus Privatsammlungen sowie dem Feuerbachhaus Speyer.

Hamburger Kunsthalle Glockengießerwall, 20095 Hamburg

Dauer der Ausstellung: 21. Februar – 15 Juni 2014

Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 10 – 17.30 Uhr, Donnerstag bis 20.30 Uhr, Montag geschlossen

Preise: Regulär 12,oo E / Ermmäßigt 6,00 € / Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren Eintritt frei

Info: Zur Ausstellung ist ein Kurzführer mit Kommentare zu den ausgestellten Werken Feuerbachs und Lagerfelds erschienen, Preis 3,50 €

Beitrag erstellt 2

Verwandte Beiträge

Beginne damit, deinen Suchbegriff oben einzugeben und drücke Enter für die Suche. Drücke ESC, um abzubrechen.

Zurück nach oben