Florence Henri – Abstrakte Kompositionen. Fotoausstellung in der Pinakothek der Moderne, München

München. Florence Henri (1893-1982) war bereits ausgebildete Pianistin und Malerin, bevor sie sich 1927 am Bauhaus in Dessau der Fotografie zuwandte. Als Schülerin von Moholy-Nagy beschäftigte sich in ihren frühen, zwischen 1928 und 1930 entstandenen Fotografien und fotografischen Montagen mit dem rhythmischen Zusammenspiel von Flächen und Formen. Mithilfe von Spiegeln erzeugte sie komplexe Kompositionen, in denen Realität und Spiegelbild einander durchdringen.

Als Florence Henri im April 1927 ans Bauhaus nach Dessau ging, hatte sie bereits in Rom bei Ferrucio Busoni Klavier studiert; anschließend hatte sie sich der Malerei zugewandt und ab 1914 in Berlin an der Kunstakademie und ab 1922 im Atelier von Johannes Walter-Kurau sowie in Paris an der Académie Moderne bei Fernand Léger und Amédée Ozenfant studiert.

In Dessau belegte sie Kurse bei Josef Albers und László Moholy-Nagy. Moholy-Nagys erste Frau Lucia Moholy war es, die Florence Henri zur Fotografie brachte. Privat zeigten die Moholy-Nagys Florence Henri die technischen und visuellen Grundprinzipien der Fotografie. Sie experimentierte mit extremen Perspektiven, Mehrfachbelichtungen, Fotogrammen und Fotomontagen.

In den folgenden Jahren nahm Florence Henri an den bahnbrechenden Ausstellungen “Film und Foto” (“FiFo”) in Stuttgart und “Photographie der Gegenwart” in Essen teil.

Bereits eines ihrer frühen experimentellen Selbstbildnisse sowie ein Stilleben mit Kugeln, Reifen und Spiegeln erschien mit einem Begleittext von Moholy-Nagy in der “i10. Internationale revue”. Moholy-Nagy sah in Henris Bildern eine Erweiterung der “problematik der manuellen malerei”, in der “spiegelungen und räumliche beziehungen, überschneidungen, durchdringungen unter einem neuen perspektivischen aspekt untersucht” werden.

1929 siedelte Florence Henri nach Paris über. Dort ließ sie sich mit einem eigenen Fotostudio nieder und erhielt Aufträge von “Vogue”, “Art et Décoration” und “The New York Herold”. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges arbeitete sie in den Bereichen Mode, Werbung und Illustration.

Mit der Besatzung von Paris durch die Nazis ging ihr fotografisches Schaffen stark zurück. Doch bereits in den 1950er-Jahren wurden Henris Fotografien der 1930er-Jahre als Ikone der Avantgarde zelebriert. 1974 richteten Ann und Jürgen Wilde Florence Henri in ihrer Kölner Galerie eine Einzelausstellung aus und veröffentlichten gemeinsam mit ihr ein erstes Mappenwerk. Damit trugen sie maßgeblich zur Wiederentdeckung dieser außergewöhnlichen Künstlerin bei.

Die Präsentation in der Münchner Pinakothek der Moderne aus den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde umfasst Fotografien, Publikationen sowie historische Dokumente.


Pinakothek der Moderne    www.pinakothek.de
Barer Straße 29, Eingang Theresienstraße
D-80333 München, T 089 23805 0

Dauer der Ausstellung: 21. März bis 14. September 2014

Öffnungszeiten: Täglich außer Montag 10.00 – 18.00 Uhr / Donnerstag 10.00 – 20.00 Uhr

Eintrittspreise der Pinakothek (ggf. gelten für Ausstellungen gesonderte Preise)
10 Euro | ermäßigt 7 Euro
Sonntags 1 Euro
»Allianz Tag«: jeden Mittwoch freier Eintritt

 

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